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13. August 2016 | 8:00

Auswahlkriterien für Grundierungen und Verlegemörtel: eine Frage der Kombination

Der schnell erhärtende Varioflexklebemörtel »Keraflex Vario Quick S1« und der flexible und schnelle zementäre Fugenmörtel »Keracolor FL-S Flexfuge-schnell«. © MAPEI
Häufig besteht ein enger Zusammenhang zwischen ausgewähltem Verlegemörtel und der ­erforderlichen Grundierung. Die Anforderungen, die an Grundierungen gestellt werden, reichen von der Reduzierung der Untergrundsaug­fähigkeit über die Verbesserung des Haftverbundes bis hin zum Feuchteschutz. Man unterscheidet […]

Der schnell erhärtende Varioflexklebemörtel »Keraflex Vario Quick S1« und der flexible und schnelle zementäre Fugenmörtel »Keracolor FL-S Flexfuge-schnell«. © MAPEI

Der schnell erhärtende Varioflexklebemörtel »Keraflex Vario Quick S1« und der flexible und schnelle zementäre Fugenmörtel »Keracolor FL-S Flexfuge-schnell«. © MAPEI

Häufig besteht ein enger Zusammenhang zwischen ausgewähltem Verlegemörtel und der ­erforderlichen Grundierung. Die Anforderungen, die an Grundierungen gestellt werden, reichen von der Reduzierung der Untergrundsaug­fähigkeit über die Verbesserung des Haftverbundes bis hin zum Feuchteschutz. Man unterscheidet dabei Grundierungen auf Dispersions- und Reaktionsharzbasis. Dispersionsgrundierungen, die aus speziellen, in Wasser gelösten Kunststoffteilchen bestehen, werden in der Regel verwendet zur Reduzierung der Untergrundsaugfähigkeit, Reststaubbindung und, je nach Formulierung, zur Verbesserung des Haftverbundes. Dispersiongrundierungen erhärten, indem das enthaltene Wasser vom Untergrund aufgesaugt wird und/oder verdunstet. Bei Reaktionsharzgrundierungen unterscheidet man 2K-Epoxidharz-, 1K-Polyurethanharz- oder 1K-Silanharzgrundierungen. Sie dienen der Verbesserung des Haftverbundes, der Ausbildung eines Feuchtigkeitsschutzes – je nach Formulierung der Untergrundverfestigung – und natürlich auch der Reduzierung der Untergrundsaugfähigkeit sowie der Reststaubbindung. Zunehmend an Bedeutung gewinnen die einkomponentigen Polyurethan- und Silan-Harze. Sie sind anwenderfreundlicher, da Mischfehler ausgeschlossen sind und nicht benötigte Restmengen problemlos im nächsten Bauvorhaben weiterverwendet werden können.
Verlegemörtel und ihre Klassifizierung: Grundinformationen über das Leistungsspektrum von Verlegemörteln liefert die Klassifizierung gemäß DIN EN 12004. Diese Norm weist unterschiedliche Prüf- und Bewertungskriterien für zementäre Klebemörtel oder Klebstoffe auf Dispersions- oder Reaktionsharzbasis auf. Ein wichtiges Kriterium ist die Verbundhaftung, die durch die Einstufung in die Klasse C1 oder C2 unterteilt wird. Hierbei stellt die Klasse C1 die Mindestanforderung dar. Kommen bei einer Baumaßnahme dichte Belagsmaterialien in Kombinationen mit weiteren Beanspruchungen wie z.B. mechanische oder thermische Beanspruchung zum Tragen, empfiehlt sich die Verwendung des höherwertigen C2 Verlegemörtels.
Mit der Kennzeichnung »F« werden schnellabbindende Verlegemörtel gekennzeichnet – ein wichtiges Entscheidungskriterium, wenn eine schnelle Nutzung des Belags sichergestellt werden muss. Sollte jedoch, wie z. B. bei der Verlegung von großformatigen Feinsteinzeugplatten auf feuchtigkeitssensiblen Untergründen eine schnelle Trocknung des Verlegemörtels erforderlich sein, reicht die Klassifizierung »F« nicht aus. Bei diesen Anwendungen sind Verlegemörtel mit einer effektiven kristallinen Wasserbindung (Trisulfatbinder) notwendig. Die Verformbarkeit gibt Auskunft über die spannungsabbauenden Eigenschaften des zementären Verlegemörtels und wird in der Regel durch die Kunststoffzugabe beeinflusst. Es wird unterteilt in die Klasse S1 (Durchbiegung zwischen ≥ 2,5 mm und < 5 mm) sowie der Klasse S2 (Durchbiegung ≥ 5 mm). Dies ist mit Sicherheit eines der wichtigsten Auswahlkriterien, wenn es darum geht, keramische Fliesen und Platten z. B. auf Untergründen zu verlegen, die sich noch begrenzt verformen, oder in Bereichen zu verlegen, bei denen Temperatur- und/oder Temperaturwechsel-Beanspruchungen zu erwarten sind.
Vor allem bei der Verlegung von großformatigen Fliesen darf die spannungsabbauende Funktion der Fuge nicht vernachlässigt werden. Nimmt mit größer werdendem Belagsformat der Anteil an Fugen ab, erhöht sich im gleichem Maße die Steifigkeit des Belages gegenüber seinem Verlegeuntergrund und lässt damit auftretende Spannungen höher anwachsen als dies bei einem kleinformatigen Belag der Fall wäre, so dass hier ein hoch Kunststoffvergütetes Mörtelsystem erforderlich sein kann.
Ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von Grundierung und Verlegemörtel ist die Verlegung von großformatigen Feinsteinzeugplatten auf Calciumsulfatestrichen im Innenbereich. Bei der Verwendung normal abbindender und trocknender Verlegemörtel enthält der Mörtel einen erheblichen Anteil an Überschusswasser, das aufgrund des dickeren Klebebettes und der ungünstigen Trocknungsbedingungen unterhalb der großen Platten, bei gleichzeitig sehr schmalen Belagsfugen und dem wesentlich geringeren Fugenanteil, deutlich länger als üblich auf den Untergrund einwirken kann. Dies führt bei nicht ausreichenden Schutzmaßnahmen zu einer Herabsetzung der Festigkeit des Calciumsulfatestrichs und kann zum Ablösen des Belags führen. Bei der Verwendung eines haftstarken Klebemörtels wie »Mape­stone 1«, der als Trisulfatbinder, neben einer schnellen Erhärtung als zusätzliche Eigenschaft auch ein schnelles Trocknungsverhalten durch die effektive kristalline Wasserbindung aufweist, reicht in der Regel eine Acrylatgrundierung aus.
Die Auswahl des Aufbaus ist u. a. abhängig von Art und Beschaffenheit des Untergrundes, der geplanten Nutzung sowie dem gewählten Belagsmaterial. Speziell bei den Verlegemörteln kann die Klassifizierung gemäß DIN EN 12004 bei der Entscheidung hilfreich sein. Jedoch sollte immer berücksichtigt werden, dass es sich hierbei um eine relativ »grobe« Einstufung handelt. Aufgrund der Vielzahl handelsüblicher Grundierungen und Verlegemörtel mit unterschiedlichsten Materialeigenschaften ist es anzuraten, immer die Angaben des Herstellers zu beachten und im Zweifelsfall diesen zu kontaktieren.


Harley-Davidson steht auf großformatige(n) Fliesen

Die Firma Tough Stuff Harley-Davidson hat ihren Store in Konz bei Trier erweitert. Dem Image der amerikanischen Kultmarke entsprechend erleben die Kunden jetzt auf rund 1 000 m² die ganze Harley-Davidson-Markenwelt. Passend zum coolen Beton der Wände sind am Boden trendige Feinsteinzeugfliesen im Vintage-Look verlegt. Bei der Verlegung der großformatigen Fliesen kamen Produkte aus dem Profi-Sortiment von Mapei zum Einsatz.

Unebenheiten im Bereich des keramischen Altbelags wurden mit »Ultraplan Basic« ausgeglichen. Anschließend wurde die Fläche mit »Eco Prim Grip« grundiert. Als Trennschicht zur Entkoppelung setzten die Verarbeiter die »Schlüter Ditra-Matte« ein. © Mapei

Unebenheiten im Bereich des keramischen Altbelags wurden mit »Ultraplan Basic« ausgeglichen. Anschließend wurde die Fläche mit »Eco Prim Grip« grundiert. Als Trennschicht zur Entkoppelung setzten die Verarbeiter die »Schlüter Ditra-Matte« ein. © Mapei

Seit 1989 ist die Firma Tough Stuff Parts & Accessoires for Harley-Davidson Motorcycles in Konz mit dem Kultlabel verbunden. Mit der Erweiterung ihres Stores im Jahr 2015 hat sie ihren Erfahrungen mit den Bikes eine neue Dimension gegeben. Auf rund 1 000 m² Ausstellungs- und Verkaufsfläche ist das Harley-Feeling in allen Bereichen erlebbar: von vielen Harley Davidson Modellen bis hin zur passenden Bekleidung und vielfältigen Marken-Accessoires.
Das Herzstück der Niederlassung ist der Verkaufsraum im coolen Loftlook mit jeder Menge blankem Stahl sowie natürlich gehaltenen Oberflächen in Beton und Holz. Optisch unterstützt wird der Industrie-Charakter am Boden von großformatigen Feinsteinzeugfliesen in den Größen 60 x 120 und 30 x 60 cm. Um einen ebenen Keramikboden zu erstellen, waren bei der Verlegung einige technische Aspekte zu beachten. Einerseits handelt es sich um zwei unterschiedliche Untergründe: alten Fliesenbelag und Estrich. Andererseits kann es bei der Verwendung großformatiger Fliesenbeläge in einem Motorrad-Store zu schädigenden Spannungen durch hohe thermische und mechanische Belastungen oder Schwindvorgängen im Estrich kommen. Die Gegebenheiten stellten für den Verlegebetrieb Scholtess Fliesen & Naturstein eine verarbeitungstechnische Herausforderung dar, die mit Mapei-Systemprodukten sicher gelöst werden konnten.

Untergrundvorbereitung mit abgestimmten Produkten
Unebenheiten im Bereich des keramischen Altbelags wurden mit der laut Hersteller sehr emissionsarmen und selbstverlaufenden Bodenspachtelmasse »Ultraplan Basic« ausgeglichen. Anschließend grundierten die Verarbeiter die Fläche mit »Eco Prim Grip«, einer sehr emissionsarmen, gebrauchsfertigen, mit Quarzsand gefüllten, wässrigen Acrylat-Dispersionsgrundierung. Als Trennschicht zur Entkoppelung kam auf die so vorbereiteten Altfliesen die »Schlüter Ditra-Matte« zum Einsatz. Sie wurde mit »Keraflex Vario Quick S1« verlegt, ein flexibler hydraulisch erhärtender Dünn-, Mittel- und Fließbettmörtel für keramische Beläge sowie verformungs- und verfärbungsstabile Natursteine. Der kunststoffmodifizierte Werktrockenmörtel zeichnet sich durch sein optimales Verformungsverhalten, seine hohe Klebekraft und seine sehr gute Verarbeitbarkeit aus. Die Estrichfläche erhielt eine Grundierung mit »Primer G«, einer sehr emissionsarmen Dispersionsgrundierung für alle geeigneten saugenden und nicht saugfähigen feuchtigkeitsverträglichen Untergründe im Innenbereich.
Auf die so vorbereiteten Untergrundflächen wurden die großformatigen Feinsteinzeugfliesen einheitlich mit »Keraflex Vario Quick S1« verlegt und abschließend mit »Keracolor FL-S« verfugt. Diese Flexfuge ist nicht nur schnell erhärtend, sondern sie verfügt zudem über ein sehr frühes und dennoch genügend langes Abwaschfenster. Zudem ermöglicht das feine Material Fugen von 2 bis 20 mm und sichert außerdem eine feine Fugenmörteloberfläche sowie ein sehr schönes Farbergebnis. Last but not least ist der Fugenmörtel dank des Mapei »DropEffects« wasserabweisend.