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1. April 2019 | 8:00

Die Arbeit des Menschen mit neuer Technologie unterstützen

Zukunftsorientiert und innovativ möchte Fassi mit seinen ­mechatronischen und digitalen Lösungen sein. Erklärtes Ziel ist es, Anwendungen sowie Technologien einzuführen, die das Arbeiten unterstützen, gleichzeitig aber auch sicherer und effizienter für den Anwender machen.

Einerseits muss ein Kran brachiale Kräfte aufbringen, andererseits sollte er über feinfühlige Systeme verfügen, um die Handhabung für den Kranführer so einfach wie möglich zu gestalten.
@ FASSI

Mit einer eigenen Konstruktionsphilosophie will Fassi die Entwicklungs- und Forschungsarbeit vorantreiben. In diesem Zusammenhang fällt in der Branche schnell der Begriff der Innovation, den Fassi mit ganz eigenen Worten umschreibt: »Innovationen können auf verschiedene Weise laufen. Von neuen Stählen, der Entwicklung innovativer hydraulischer Steuerungen oder der Verfeinerung der Sensoren, die sie steuern. All dies wird mechatronische Entwicklung genannt«, so Rossano Ceresoli, Technischer Direktor bei Fassi Research and Development.
Laut seiner Aussage bestehe die eigentliche Revolution aber darin, den Blickwinkel zu verändern. »Ein Kran ist nicht mehr nur ein Arbeitswerkzeug, sondern eine Erweiterung des Willens und der Wahrnehmung des Benutzers.« Ein innovatives ­Konzept, so Rossano Ceresoli, bei dem der Bediener im Mittelpunkt der Konstruktionsarbeit steht, führe zur Entwicklung von immer intuitiveren Mensch-Maschine-Schnittstellen. Sie sollen es dem Bediener ermöglichen, mit der Maschine zu kommunizieren, um Risiken zu minimieren sowie Kontrolle und ständige Rückmeldung über die Betriebszustände zu bekommen.

Auf neue Weise mit ­Arbeitsproblemen umgehen
Als Beispiel zur Verdeutlichung dieses Gesichtspunktes nennt Ceresoli die Montagearbeit auf einer Dachbaustelle: »Der Kranfahrer befindet sich am Einbauort, weit weg vom Kran und Lkw, denn seine Anwesenheit ist an der Einbaustelle erforderlich, um den sicheren Einbau beispielsweise von Elementen vorzunehmen. Er kann das in aller Sicherheit tun, da alle von Fassi entwickelten Systeme die volle Kontrolle über den Kran und das Fahrzeug gewährleisten, auch wenn der Bediener sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug oder Kran befindet.«
Dies ist nach Aussage des Technischen Direktors nur ein Beispiel dafür, was es für Fassi bedeutet, Arbeitsprobleme auf innovative Weise anzugehen. Der Kranbediener stehe für Fassi stets im Mittelpunkt und könne sich sicher sein, dass er mit leistungsfähigen elektronischen Steuerungen unterstützt wird, er aber dennoch beim Einsatz auf die bewährte Weise mit dem Kran verbunden sei.

 

»Der Kranbediener steht für uns stets im Mittelpunkt unserer Arbeit. Er kann sicher sein, dass wir ihn mit leistungsfähigen elektronischen Steuerungen unterstützen und bleibt bei der Verwendung des Kranes auf ›alte Weise‹ damit verbunden.«
Rossano Ceresoli, Technischer Direktor bei Fassi Research and Development

 

Sicherer, schneller und effektiver für den Bediener
Vorausschauende Diagnosen, Konnektivität zwischen Maschine, Steuerung der Lastbewegungen und Sicherheit – auch bei Arbeiten über oder neben der Fahrerkabine – sind nur einige der von Fassi genannten Merkmale, die der Arbeit des Bedieners einen noch höheren Wert verleihen sollen.
Das System »FX-Link« zum Beispiel wurde mit dem Ziel entwickelt, die Konnektivität zwischen Kran und Lkw zu optimieren. In der Praxis soll das System die Konnektivität zwischen Kran und Lkw sowie die Steuerung verschiedener Lkw-Funktionen mit der Kranfernbedienung und umgekehrt verbessern. Oder anders gesagt: Der Kran und der Lkw werden kommunikativ zusammen gebracht.
Als weitere Lösung nennt Fassi »AWC«, die automatische Windensteuerung: Über ein Netzwerk von drahtlosen Sensoren erkennt dieses System laut Hersteller die Kranbewegungen und Variationen in der Geometrie des Kranes und hält dann den Abstand zwischen der Öse an der Kranspitze und dem Lasthaken konstant. Wenn die Bewegungen eine Variation der Reichweite oder eine Positionsänderung in Bezug auf die vertikale Ebene des Sekundärauslegers erfordern, wirkt das System automatisch auf die Winde selbst und passt die Seillänge selbstständig an.

Krane sind vielseitig einsetzbare und oft unverzichtbare Helfer auf den unterschiedlichsten Baustellen.

Automatisches Öffnen und Schließen des Krans
Bei der automatischen Kranfaltung (»ACF«) wiederum soll das System das automatische Öffnen und Schließen des Krans ermöglichen, insbesondere um die Rückkehr in den Ruhezustand zu aktivieren. »ACF« muss nach Herstellerangaben ohne Last und gemäß einer Konfiguration arbeiten, in der die Verlängerungen eingefahren wurden. Vor der automatischen Schließsequenz setzt das System die Verlängerungen des Krans und die hydraulische Verlängerung immer unter Druck.
Eine weitere Lösung von Fassi ist die »Cabin Collision Detection (CCD)«: Das System verwendet Positionssensoren, um die Bewegungen des Kranauslegers zu überwachen, deren Entfernung von der Lkw-Kabine zu ­erfassen und diese bei gefährlicher Annäherung automatisch zu sperren. Die Bewegung der Kransäule wird durch Rotationssensoren gesteuert, die den Betrieb stoppen und damit eine Kollision mit dem Fahrerhaus vermeiden soll.

 

»Ein Kran ist nicht mehr nur ein Arbeitswerkzeug, sondern eine Erweiterung des Willens und der Wahrnehmung des Benutzers.«
Rossano Ceresoli, Technischer Direktor bei Fassi Research and Development

Das digitale Gehirn im Fassi-Kran
Um die Leistung zu optimieren und bestmögliche Betriebsbedingungen zu schaffen, hat Fassi die integrale Maschinensteuerung (»IMC«) entwickelt. Ein innovatives integriertes Steuersystem, sozusagen das digitale Gehirn von Fassi-Kranen, das durch eine ausgeklügelte Elektronik neben den Sicherheitsvorrichtungen am Kran die besten Betriebsbedingungen koordiniert und verwaltet, um eine optimale Leistung und Maschinensteuerung in Bezug auf die Arbeitssituation sicherzustellen. »IMC« verwendet ein CAN-Bus-Kommunikationssystem zwischen den peripheren Sensoren des Systems. Weitere Unterstützung soll das »Grabe-Automatic-Shake-System (GAS)« bieten. Dabei handelt es sich um ein verstellbares und automatisches Rüttelsystem, mit dem ein angebauter Baggergreifer schrittweise über die Fernbedienung entleert werden kann. Durch die automatische Steuerung der Öffnungs- und Schließbewegungen der Schaufel wird laut Fassi selbst bei hohen Geschwindigkeiten eine gleichmäßige Funktionsweise erreicht. Die Wirksamkeit des Systems soll auch bei mehreren Manövern gewährleistet sein und nicht von der Ölflussverteilung oder der Bewegungsdynamik beeinflusst werden.

Touchscreen und das Internet der Krane
Um die Handhabung des Kranführers zusätzlich zu erleichtern, setzt Fassi auf den Einsatz von Touchscreens. Das 7″-Farbdisplay »FX90« zeigt detaillierte Informationen zu den Stabilisierungs- und Arbeitsbedingungen des Krans an.
Abgerundet wird die Palette an Hilfsmitteln mit dem »IoC«, einem von Fassi patentierten System, das als »Internet der Krane« umschrieben werden kann. Mit dieser Lösung soll der Bediener vor Ort auf einen stets aktiven Assistenzdienst zählen können, um Wartungszeiten und -kosten zu optimieren. Das »IoC« soll dem Kran laut Fassi die Möglichkeit bieten, über das Internet zu kommunizieren. Über ein entsprechendes Web-Portal werden alle notwendigen Informationen zur Online-Verwaltung der eigenen Flotte zur Verfügung gestellt.

 


Fassi Gru ist ein italienischer Hersteller von Knickarm- und Ladekranen. Das Sortiment wird weltweit vertrieben. Die erste Produktionsstätte wurde 1946 in Albino bei Bergamo gegründet. Derzeit besteht die Fassi-Gruppe (Bereich Krane) aus sieben unabhängigen Unternehmen in der Lombardei und der Emilia-Romagna, die alle am Bau und an der Vermarktung von Hydraulikkranen beteiligt sind.