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14. Juli 2014 | 16:56

Ein Blick hinter die Kulissen von Liebherr: Das bauMAGAZIN besucht das Werk Kirchdorf

Dort, wo alles angefangen hat, wo Firmengründer Hans Liebherr 1949 seinen ersten Turmdrehkran TK 10 konstruierte, auf den bereits 1954 der erste Hydraulikbagger L 300 folgte, haben die Mitarbeiter des im SBM Verlag (Kempten) erscheinenden bauMAGAZIN einen Blick hinten die Erfolgs­geschichte der Firmengruppe Liebherr geworfen. Und waren dementsprechend beeindruckt vom Besuch in Kirchdorf an der Iller. »Wirklich in jeder Hinsicht imponierend und vorbildlich«, sagten die beiden SBM-Geschäftsführer Markus Holl und Joachim Plath nach dem Blick hinter die Kulissen eines der größten Baumaschinenhersteller der Welt.

Das bauMAGAZIN-Team beim Werksrundgang mit Gerit Tampe (3. v. li.) vor dem Flaggschiff der Umschlagmobilbagger von Liebherr, dem LH 120. © Michael Wulf

Das bauMAGAZIN-Team beim Werksrundgang mit Gerit Tampe (3. v. li.)
vor dem Flaggschiff der Umschlagmobilbagger von Liebherr, dem LH 120. © Michael Wulf

Eindrucksvoll und detailliert schilderte Gerit Tampe – der 38 Jahre lang im Unternehmen gearbeitet und als ehemaliger Leiter der Verkaufsförderung in Kirchdorf Hans Liebherr noch persönlich gekannt hat – die Gründerzeit und die rasante Entwicklung des Familien-Unternehmens. Mit der Patentierung des TK 10 am 15. August 1949 begann die Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert und aus dem kleinen Unternehmen mit zunächst 110 Mitarbeitern im Jahre 1950 einen Weltkonzern machte mit heute mehr als 39 000 Mitarbeitern in rund 130 Gesellschaften auf allen Kontinenten und einem Gesamtumsatz von etwa 9 Mrd. Euro.

Der erste Hydraulikbagger L 300 vor dem Holzhaus, in dem Firmengründer Hans Liebherr 1949 wohnte und den Turmdrehkran TK 10 konstruierte, mit dem die Erfolgsgeschichte von Liebherr begann. © Michael Wulf

Der erste Hydraulikbagger L 300 vor dem Holzhaus, in dem Firmengründer
Hans Liebherr 1949 wohnte und den Turmdrehkran TK 10 konstruierte, mit dem die Erfolgsgeschichte von Liebherr begann. © Michael Wulf

Hohe Fertigungstiefe
Erwirtschaftet wird dieser mit derzeit elf Produktsparten, wobei der Bereich Baumaschinen und Mining mit einem Umsatz von 5,6 Mrd. Euro der größte ist. Aber Liebherr ist auch in der Verkehrstechnik und in der Luftfahrt aktiv, baut maritime Krane und Haushaltgeräte und hat vor allem in den vergangenen Jahren den Bereich Komponenten stark ausgebaut. Denn bei kaum einem Baumaschinenhersteller in dieser Größe dürfte die Fertigungstiefe so hoch sein wie bei Liebherr. So produziert das Unternehmen ebenso Motoren wie Steuerungen, Zylinder, Hydraulik oder Getriebe, und das auch noch mit »eigenen Werkzeugmaschinen«, die ebenfalls zum Produkt-Portfolio gehören. »Bei Liebherr wurde und wird immer großer Wert auf eigene Komponenten gelegt«, so Gerit Tampe, »denn so können wir unseren Kunden eine exakt abgestimmte Maschine bieten.« Ein wichtiger Baustein in der Liebherr-Geschichte war stets das Werk in Kirchdorf, das immer ­wieder modernisiert und erweitert worden ist. Heute werden dort auf einer Gesamtfläche von etwa 366 000 m2 von rund 2 000 Mitarbeitern vor allem Mobilbagger mit einem Einsatzgewicht von 11 t bis 28 t, Raupenbagger (bis 15 t), Zweiwegebagger (22 t) sowie Umschlagmaschinen (11 t bis 220 t), Muldenkipper (30 t bis 40 t), Hydraulikzylinder, Anbauwerkzeuge und Schnellwechselsysteme produziert. So verlassen die Fabrikhallen in Kirchdorf jährlich rund 2 500 Maschinen und 50 000 Zylinder. Die jüngste Investition in Kirchdorf ist das im Mai in Betrieb genommene neue Aus- und Weiterbildungszentrum. Auf einer Nutzfläche von 5 700 m2 bietet es die Möglichkeit, bis zu 170 Auszubildende gewerblicher, technischer und kaufmännischer Berufe gleichzeitig zu unterrichten.

Gerit Tampe (li.) präsentierte die Unternehmensgeschichte. © Michael Wulf

Gerit Tampe (li.) präsentierte die Unternehmensgeschichte. © Michael Wulf

Millionen-Investition
Eine noch weitaus größere Investition ist der Bau des neuen Logistikcenters im Kirchdorfer Teilort Oberbopfingen, das für rund 115 Mio. Euro auf einer Fläche von etwa 170 000 m2 gebaut wurde. Von dort aus wird die weltweite Ersatzteilversorgung für die Liebherr-Erdbewegungsmaschinen erfolgen, später soll dort auch die Ersatzteil­logistik weiterer Baumaschinen­sparten angesiedelt werden.