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28. Oktober 2017 | 8:00

Entspannte Kurzstrecke dank Getriebeautomatisierung

Langsam kriecht der Arocs 2543 rückwärts durch die schmale Gasse Richtung Baustelle. Hinten rechts geht es knapp am Warnschild »Betreten der Baustelle verboten!« vorbei. »Ohne die hintere Lenkachse hätte das nicht gepasst«, sagt Udo Preußing. »Das ist schon eine feine Sache. Die automatisierte Schaltung auch.« Bisher war der Fahrer noch mit einem manuell fußgekuppelten 25-Tonner unterwegs. Jetzt fährt er Powershift 3 – seit acht Wochen sitzt Preußing am Steuer eines von drei neuen flammroten Mercedes-Benz Arocs 2543 6×2/4.

Kleinbaustellen zählen zum Alltag von Udo Preußing – rund 25 Jahre liefert er schon Baustoffe. Immer bei Baustoff Brandes in Peine, einem Unternehmen mit 118-jähriger Tradition, rund 200 Mitarbeitern an sieben Standorten, seit 40 Jahren mit Mercedes-Lkw im Einsatz für kleine und große Bauherren.

Powershift unterstützt den »Nahverkehrs-Profi«
»Ist schon Klasse, wie die von Mercedes die Automatik hingekriegt haben«, sagt Preußing über seinen Arocs mit Powershift. Auf der Anfahrt zur Kleinbaustelle lässt er dem Motor-­Getriebe-Computer freie Hand. Sein bisheriges Arbeitsgerät, ein Actros 2541, wollte noch mit Tippschaltung und Kupplungspedal bedient sein. »Eigentlich höchste Zeit, dass der Nahverkehr die Automatik bekommen hat«, bestätigt Preußing den von Mercedes-Benz eingeschlagenen Weg: Getriebeautomatisierung für alle Lkw-Baumuster ­serienmäßig – schließlich haben Kraftfahrer im Nahverkehr noch mehr andere Aufgaben als ihre Kollegen von der Langstrecke zu bewältigen. Abladen zum Beispiel: Im Falle des Baustoff-Spezialisten Brandes sind das oft Paletten unterschiedlichen Gewichts und Größe. Die wollen vor der Fahrt sauber gesichert sein, um sie am Ziel mit viel Fingerspitzengefühl mittels Heckkran von der Ladefläche zu hieven. »Viel Platz zum Schwenken hast du da selten«, sagt Preußing.
Seinen 18-t-Anhänger, den er seinem Arocs bei großen Lieferpartien ankoppelt, lässt Udo Preußing des Öfteren vor der eigentlichen Entladestelle stehen. »Zum Glück habe ich bei dem neuen Wagen jetzt richtig Bodenfreiheit«, lobt er die Freiraum bringende gerade Vorderachse des Arocs. Dann fährt er die letzten Meter eben solo, kommt überall durch, lädt ab und holt sich den zweiten Teil der Lieferung später per Kran von seinem »temporären Zwischenlager«.

Die nächsten Arocs im Blick
Der 10,7-l-Reihensechszylinder OM 470 »grummelt leise vor sich hin, wenn ich mit 65 km/h dahinrolle«. Dass beim entspannten »Cruisen« ein guter Kraftstoffverbrauch herauskommt, ist naheliegend. Dabei hat der reine Dieselkonsum im zwölf schwere Einheiten umfassenden Brandes-Fuhrpark nicht die überragende Bedeutung, die ihm im Fernverkehr zukommt. »Allein schon durch die täglich mehrstündigen Kranzeiten kommen wir im Streckenverbrauch nicht an die Werte des ausschließlichen Langstreckeneinsatzes heran«, sagt Alexander Rucz, Leiter Lager/Logistik bei Baustoff Brandes. Der Werksfuhrpark besteht nur aus Mercedes-Benz-Fahrzeugen: vom Sprinter über den Atego, die Actros und die neuen Arocs. »Im nächsten Jahr stehen weitere Erneuerungen bei den Dreiachsern an«, sagt Alexander Rucz, Chef aller Verteiler-Trucks im Brandes-Werksfuhrpark. Dann bekommt Rucz die Neuwagen mit abermals besserem Basisverbrauch bei den ins Auge gefassten Arocs gleich serienmäßig mitgeliefert.

Mehr Motor-Effizienz
Um gut 3 % weniger Dieselkraftstoff (Anbieterangaben) benötigt der 10,7-l-Motor, der es bei den Neuzugängen in der Brandes-Flotte wohl wieder werden wird, in seiner neuesten Evolutionsstufe im Arocs. Die jüngste Generation des Mercedes-Benz-Reihensechszylinders OM 470 profitiert sowohl von technischen Finessen der Weiterentwicklung des größeren OM 471 als auch von eigenständiger Technik für die kompakte Baureihe. Das Ergebnis ist in beiden Heavy-Duty-Motoren dasselbe: Noch einmal verbesserte Leistungsentfaltung mit einem Zugkraftplus im unteren Drehzahlbereich, mehr Effizienz und robust wie gewohnt.

Große 460 PS bei gleichbleibend kleinem Gewicht
Der Mercedes-Benz OM 470 gilt als Triebwerk nach Maß, wenn kompakte Bauweise mit niedrigem Gewicht – wichtig im Baustofftransport mit Ladekran, der viel Nutzlast kostet –, hohe Leistungsfähigkeit mit guter Durchzugskraft sowie maximale Effizienz mit automatisch, fahrstilunabhängig niedrigem Kraftstoffverbrauch und langen Wartungsintervallen, gefordert ist. Dass es den 10,7-l-Arocs dann auch mit 335 kW (456 PS) anstelle bisher 315 kW (428 PS) gibt, kann durchaus eine Überlegung für Rucz sein.