SBM Verlag

Meldungen

 

20. April 2019 | 8:00

Innovative Fenstersanierung: 901 Fenster, 5 Monteure, 4 Monate

Am Alten Postweg 101 in Augsburg wird saniert. Das offenbart sich aber nicht auf den ersten Blick, denn weit und breit ist kein Gerüst zu sehen. Kein Baustaub wirbelt auf. Man hört keinen Lärm, und es rollen auch keine schweren Maschinen an. Alles, was man von dieser Großbaustelle mitten in Augsburg mitbekommt, ist eine Absperrung: ein rot-weißer Zaun, der gerade mal fünf m² grauen Bodens in Besitz nimmt. Wer von hier aus nach oben schaut, blickt auf 901 große Aluminiumfenster.

Das entscheidende Element für die Sanierung am alten Postweg ist »Nova-line«, ein Finstral-Flügel mit rahmenüberdeckendem Glas an der Außenseite.
© Finstral

Wie so viele der insgesamt 300 Millionen Fenster, die in Deutschland bis in die 90er-Jahre verbaut wurden, entsprechen auch die Fenster des Augsburger Hochhauses am Alten Postweg nicht mehr annähernd den aktuellen Standards. Zu stark haben sich die Erwartungshaltungen im Laufe der Jahrzehnte verändert. Die Ansprüche von Eigentümern und Mietern an Funktionalität, Dämmung und Stabilität sind gewachsen, Bauherren und Architekten legen verstärkt Wert auf Ästhetik. Was sich allerdings nicht verändert hat, ist die Art, wie Fenster montiert werden. Das geschieht noch auf dieselbe Weise wie vor 50 Jahren.

Möglichst viel Bausubstanz erhalten
Wie es anders geht, weiß Timo Sachse, technischer Verkaufsleiter für Deutschland bei Finstral. Er hat vor gut eineinhalb Jahren die Methode der Einschubmontage mitentwickelt. »Warum wertvolle Bestandsteile wegwerfen, wenn doch nur ein bestimmter Teil des Gebäudes wirklich veraltet ist?«, dachte er sich damals – und fand zusammen mit seinem Team einen Weg, den Rahmen des Bestandsfensters als eine Art Montagezarge für das neue Fenster zu nutzen. Entfernt werden nur der alte Flügel und die Beschlagteile, damit anschließend ein neues Profil von innen in den Rahmen eingeschoben werden kann. Das entscheidende Element für diesen Montageprozess ist ein Finstral-Flügel mit rahmenüberdeckendem Glas an der Außenseite. So wird der Blendrahmen zwar von innen aufgedoppelt, um eine zeitgemäße Dämmung und Funktionalität zu ermöglichen, die Außenkontur bleibt aber durch den rahmenlosen Flügel bestehen und die Gebäudeansicht somit unverändert. Und die Montage erfolgt ausschließlich von innen, sodass die erst 46 Jahre alte Fassade erhalten bleiben kann. Bei einem traditionellen Fensteraustausch hätte man sie komplett abreißen und neu aufbauen müssen.

Der Look bleibt gleich, der Komfort wird besser
Auch der isolierte Standort des Gebäudes birgt Herausforderungen für die Sanierung: Gerade die oberen Etagen sind oft starken Böen und intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt.
»Die Fensterflügel sind eineinhalb Meter breit und fast zwei Meter hoch. Bei Wind hatten die Mieter oft Schwierigkeiten, sie überhaupt zu öffnen, ganz zu schweigen, wie platzraubend das war. Und im Sommer hat sich das Gebäude übermäßig aufgeheizt, sodass die Leute zum Teil Laken aufgehängt haben, um sich zu schützen«, erzählt Timo Sachse. Die Finstral-Lösung ist ein Doppelflügel in Glasstulp-Ausführung. So bleibt auch mit zwei Flügeln von außen eine durchgehende Glasfläche sichtbar und die ursprüngliche Fassadenansicht erhalten. Von innen lassen sich die Fenster nun aber komfortabler bedienen und auch kippen. Vor der Sonne schützt zudem eine im Verbundflügeln wettersicher angebrachte Jalousette. Der Schallschutzwert der Fenster verbessert sich durch den Austauschvon 27 dB auf 44 dB, die Wärmedämmung wird sogar vervierfacht – von rund U 4,0 auf U 1,2 W/m²K.

Baunebenkosten radikal minimiert
Trotz der hochwertigen Ausstattung kann Finstral die Sanierung für einen deutlich geringeren Preis vornehmen, als von Mitbewerbern für eine Ausstattung mit einfachen Standardfenstern veranschlagt wurde. Man spart am Gerüst, an Ausweichquartieren für die Mieter, an Maurer- und Malerarbeiten und an der Montagezeit.
»Wir hatten große Bedenken, wie der Fensteraustausch ablaufen würde«, erzählt Kerstin Vogler, die für die Verwaltung des Hochhauses zuständig ist. »Und waren dann sehr erleichtert, weil es komplett problemlos war. Wir konnten alle Fenster im laufenden Betrieb austauschen, das Haus blieb voll vermietet. Die Mieter selbst sind begeistert: Der Schallschutz ist viel besser, bei geschlossenen Fenstern hört man jetzt nichts mehr – obwohl wir direkt an einer sehr befahrenen Hauptverkehrsstraße liegen.«

Pro Raum dauert die Montage maximal einen halben Tag
Meistens sind die Monteure zu fünft, manchmal auch zu sechst im Gebäude unterwegs. Zwischen zwölf und 16 Fenster tauschen sie pro Tag aus, fünf Tage die Woche und, wenn es schnell gehen muss, auch mal samstags. Pro Raum dauert die Montage maximal einen halben Tag. Dabei sind die Monteure höchst flexibel: Wenn Wind und Wetter die Arbeiten auf einer Gebäudeseite erschweren, wechselt man einfach auf die andere. Ferien und Betriebsurlaube werden für die Montage in Klassenzimmern und Büros genutzt. »Wir sind immer da, wo wir gebraucht werden und es für die Mieter passt«, erzählt Timo Sachse. »Diese Flexibilität ist einer der Gründe, warum unsere Sanierungsmethode Zeit spart und erst gar keine Komplikationen entstehen lässt.«

Die smarte Montagemethode hat viel Potenzial
Die Einschubmontage von Finstral vereinfacht den Austausch von Kunststoff- oder Aluminiumfenstern: ohne Gerüst, ohne Lärm, ohne Schmutz und ohne Auszug der Mieter – dafür mit ift-geprüftem Bauanschluss. Laut einer Studie des VFF entsprechen allein in Deutschland 312 Mio Fenster nicht mehr dem energetischen Stand der Technik. Und das betrifft eben nicht nur in die Jahre gekommene Holzfenster, sondern auch Kunststoff-und Aluminiumfenster in Bauten der 1970er, 80er und 90er Jahre. Sie müssten dringend saniert werden, doch der Aufwand ist enorm: Neben den Kosten für Fenster und Einbau laufen dabei vor allem für die begleitende Baustelleneinrichtung sowie Maurer- und Malerarbeiten hohe Kosten auf. Und das Risiko anschließender Gewährleistungsfälle aufgrund der kritischen Eingriffe in den Baukörper sind nur schwer kalkulierbar. Genau für diese Herausforderungen bietet die Einschubmontage von Finstral eine überraschend smarte Antwort.

Aufwand für die Sanierung intelligent reduziert

Die Montage der Fensterelemente erfolgt ausschließlich von innen, sodass die erst 46 Jahre alte Fassade erhalten bleiben kann. Bei einem traditionellen Fensteraustausch hätte man sie komplett abreißen und neu aufbauen müssen.

»Gerade bei direkt auf Mauerwerk montierten Kunststoff-und Aluminiumfenstern ist der Bauanschluss in aller Regel noch völlig in Ordnung«, beschreibt Mitglied der Geschäftsleitung Joachim Oberrauch die Herausforderung. »Wirklich sanierungsbedürftig sind ja nur der Rahmen, das Isolierglas und der Beschlag. Und trotzdem ist es heutzutage üblich, das ganze Fenster aus der Wand zu brechen und ein neues einzuputzen. Bei unserer Einschubmontage nehmen wir stattdessen nur den Flügel heraus, doppeln den alten Blendrahmen auf und setzen einen neuen Flügel ein. Das schaffen wir in 30 Minuten pro Fenster – und das, ohne die Außen-und Innenansicht dabei wesentlich zu verändern.«
Für Bauherren bedeutet die Einschubmontage weniger Aufwand und ein besseres Ergebnis. Somit bietet die Einschubmontage den Bauherren handfeste Vorteile. »Die Montagezeit hat unsere Erwartungen übertroffen. Gerade im bewohnten Zustand ist ja ein Eingriff in die Mietsache immer schwierig«, sagt Oliver Webler, der als Auftraggeber einer Immobilienverwaltung die Einschubmontage an einem Mehrfamilien-Wohnhaus in Stuttgart durchgeführt hat. »Die Nebenkosten des Fensteraustauschs machen bei klassischen Sanierungsmethoden schnell 20 bis 50 Prozent der Bausumme aus«, erläutert Timo Sachse, Technischer Verkaufsleiter von Finstral in Deutschland. »Mit der Einschubmontage fallen die weg – ohne an der Qualität des Bauelements Fenster zu sparen.«

Einfache Montage, aber hochwertige Fenster
Obwohl es so einfach klingt, handelt es sich bei der Einschubmontage um eine hochwertige und bis ins Detail durchdachte Form der Sanierung. Wie immer bei Finstral ist auch der Bauanschluss für die Einschubmontage durch das Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim unabhängig geprüft.
Auch ästhetisch ist die Einschubmontage keine Kompromisslösung: Die Außenkontur des Bestandsfensters wird trotz des von innen aufgedoppelten Blendrahmens erhalten. Um das zu erreichen, setzt Finstral seine »Nova-line«-Fensterflügel mit rahmenüberdeckendem Glas ein. Hinzu kommen die generellen Vorteile von Finstral-Fenstern gegenüber den gängigen Branchenlösungen: Zum Beispiel ist jeder Flügel verklebt statt nur verklotzt, das Isolierglas aus eigener Herstellung verfügt serienmäßig über wärmegedämmte, eckverschweißte Abstandhalter und die einbruchhemmenden Qualitätsbeschläge sorgen für jahrzehntelangen Bedienkomfort ohne Nachstellen.