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24. Oktober 2016 | 9:57

Liebe zum Detail: Aus Badeanstalt wird Designer-Hotel

30 Jahre fristete das Stadtbad Prenzlauer Berg ein trostloses Dasein. Durch kreative und sehr sensible Sanierung wurde aus dem ungenutzten Bad das stylische Hotel Oderberger. Durch moderne Schiebetüren-Technik erwachen heute auch die alten Türen der ­Umkleidekabinen von einst zu neuem Leben.

Auf Wunsch des Architekten erhalten die Türen der alten Umkleidekabinen die Chance auf eine »zweites Leben«. Sie sind zukünftig die Schiebetüren, die das Bad vom restlichen Hotelzimmer abtrennen. © Wingburg / Stephan Falk

Auf Wunsch des Architekten erhalten die Türen der alten Umkleidekabinen die Chance auf eine »zweites Leben«. Sie sind zukünftig die Schiebetüren, die das Bad vom restlichen Hotelzimmer abtrennen. © Wingburg / Stephan Falk

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Stadtbad an der Oderberger Straße im Prenzlauer Berg errichtet. Das Bad hielt etwa 200 Kabinen mit Wannen- und Brausebädern vor, in denen sich weniger bemittelte Bürger, die kein eigenes Bad hatten, reinigen konnten. Für diese Zeit galt als Clou, dass auch ein richtiges Schwimmbecken mit eingebaut wurde. Heute macht gerade diese Schwimmhalle das Stadtbad zu einem der schönsten seiner Art, denn das Herz des Gebäudes ist die kathedralenartige Schwimmhalle in der Mitte. Sie erstreckt sich über 3 Geschosse bis hin zum Dach und wird von Kreuzgewölben überspannt. Verzierte Bogengänge im EG und 1.OG umschließen die Halle. In den Anfangszeiten befanden sich genau hier die Umkleidekabinen.

Stadtbad-Athmosphäre ist erhalten geblieben
Nach verschiedensten Umbau- und Renovierungsmaßnahmen musste das Bad 1986 geschlossen werden. Nach mehr als 20 Jahren des Lehrstands mit verschiedenen Inititiativen zum Erhalt des Stadtbades überzeugte das GLS Sprachenzentrum Berlin mit seinem Finanzierungs- und Nutzungskonzept: Das Unternehmen besitzt fünf Gebäude in direkter Nachbarschaft mit Schulungs- und Seminarräumen, einem Restaurant und einem weiteren Hotel. Als Hotel, in dem weiterhin öffentlicher Schwimmbetrieb möglich ist, wird das ehemalige Stadtbad in diesen Schulcampus eingebunden.
Die behutsamen Umbau-, Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude dauerten etwa drei Jahre. Grund dafür war sehr viel Liebe zum Detail und der kreative Einsatz vorhandener Materialien. Wer das Gebäude heute betritt, den erfasst sofort die Atmosphäre des früheren Stadtbades. In Fluren und im Eingangsbereich bewegt man sich weiterhin auf dem Terrazzoboden, der zu großen Teilen erhalten oder so ergänzt werden konnte, dass man es kaum merkt. Die Wände sind teilweise noch gefliest, auch die Leuchten strahlen im Charme des vergangenen Jahrhunderts. Überall finden sich gerettete Relikte. So zieren etwa den neuen Empfangstresen alte weiße Kacheln.

In den Restaurierungs-Werkstätten Berlin wurden die alten Türen der Umkleidekabinen sorgfältig aufgearbeitet. Danach erhielten sie einen Holzrahmen, um sie an ein Standard-Türblattmaß anzupassen. © Wingburg / Stephan Falk

In den Restaurierungs-Werkstätten Berlin wurden die alten Türen der Umkleidekabinen sorgfältig aufgearbeitet. Danach erhielten sie einen Holzrahmen, um sie an ein Standard-Türblattmaß anzupassen. © Wingburg / Stephan Falk

Schiebetüren sorgen für nostalgischen Charme
Im Erdgeschoss gibt es ein gemütliches Kaminzimmer, eine stilvolle Bar und eine große Bibliothek, in die auch das alte Pförtnerhäuschen eingegliedert ist. In den Geschossen darüber verwandelten cpm Architekten die 200 ehemaligen Wannen- und Brausebäder in 70 individuell gestaltete Hotelzimmer und Suiten. Den Charme der guten alten Zeit retteten die Architekten ins Hier und Jetzt. Teile der alten gekachelten Wände setzten sie dekorativ in Szene, die Kofferablagen bestehen aus alten Bauhölzern des Bades und die Türen der alten Umkleidekabinen haben zu einer neuen Nutzung gefunden: Zu Schiebetüren umgearbeitet, trennen sie heute in allen Hotelzimmern die Badezimmer vom Wohnbereich und sorgen für nostalgischen Charme.
Wolfgang Jensch von cpm Architekten lagen sie besonders am Herzen. Deshalb entschied er sich für eine clevere Idee: Aufgrund der starken Schädigung der Bestandstürblätter, die vor allem durch die Feuchtigkeit entstand, war eine herkömmliche Restaurierung nicht möglich. Darüber hinaus waren die Formate nicht einheitlich. Jensch hatte die Idee, die Türen hinter Glas zu setzen, eingefasst von einem schlichten Holzrahmen mit jeweils einer klaren VSG-Scheibe auf beiden Seiten. Das ehemalige Türblatt wandelt sich so zur sichtbaren Türfüllung, die auch die Spuren der Zeit zeigt.
In den »RestaurierungsWerkstätten« Berlin fand der Architekt den geeigneten Partner für dieses Projekt. Hier wurden die Türen, die über Monate im Freien lagerten, zunächst gereinigt, aufgemessen und ausgewählt. Man entfernte sämtliche Beschläge wie Bänder, Schlösser, Garnituren und Schilder. Danach wurden lose und brüchige Farbaufplatzungen entfernt. Die so gewonnene Oberfläche, die die Spuren der Zeit noch deutlich zeigt, überzogen die Restaurateure mit Paraloid, einem licht- und alterungsbeständigem Harz. Danach erfolgte der Zuschnitt der Türblätter auf ein einheitliches Maß, geschädigte Eckverbindungen wurden verdübelt. Zum Abschluss dieser »Türfüllung« montierte man die gereinigten und patinierten alten Beschläge neu.

Moderne Einbauelemente für Schiebetüren erlauben den Einbau der Tür nach Fertigstellung der Wand. Die klare Gewerketrennung erleichtert den Ablauf auf der Baustelle erheblich. © Wingburg / Stephan Falk

Moderne Einbauelemente für Schiebetüren erlauben den Einbau der Tür nach Fertigstellung der Wand. Die klare Gewerketrennung erleichtert den Ablauf auf der Baustelle erheblich. © Wingburg / Stephan Falk

Neues Türblatt mit alter Füllung
In Kombination mit den neuen Rahmenteilen bestehen aus Seitenfriesen, Oberstück, Unterstück mit aufschiebbarem Revisionsdeckel – in deckend lackiertem Kiefer Leimholz – entsteht so eine neue Tür im Standard-Türblattmaß. Der Rahmen ist auf Gehrung montiert und hält auf beiden Seiten ist eine 5 mm dicke VSG-Scheibe, die eingeschoben wurde. Nachdem auch die Bekleidungsteile aufgebracht und lackiert waren, war das neue Türblatt mit alter Füllung fertig.
Moderne Einbauelemente ermöglichen eine Gewerketrennung; dank dieser ließen sich die neuen Schiebetüren einfach in die bereits in den Trockenbauwänden eingebauten Einbauelemente einhängen und ausjustieren. Die Einbauelemente sind statt mit Zargen mit belastbaren Spachtelkanten versehen, die dem harten Hotelbetrieb bestens standhalten können. Eine Trennung zwischen Konstruktion und Beschlag ermöglicht es zudem, jederzeit die Laufschiene zu entnehmen oder die Tür auch im eingebauten Zustand nachzujustieren. Eine bei Bauherren sehr unbeliebte Revisionsklappe wird nicht benötigt.
Diese Kombination aus historischem Element mit seiner stark gezeichneten bzw. verfallenden Oberfläche und der modernen, zurückhaltenden Fassung und modernen Details macht die Türen zu einem spannenden und eigenwilligen Design­element, das darauf wartet, von Berlin-Reisenden in Augenschein genommen zu werden.


Eine neue Ära des Komforts

Kaum ein Bauprodukt hat in den letzten Jahren so starke Umsatzzuwächse ­verbuchen können, wie Einbauelemente für Schiebetüren. Und es scheint in diesem Markt noch reichlich Luft nach oben zu geben. Dass Türen einfach in Wänden verschwinden und dadurch ganz neue Grundrisse und ganz neue Raumnutzungskonzepte möglich werden, überzeugt immer mehr Architekten und Bauherren. Mit der Wingburg GmbH präsentiert sich jetzt ein weiteres Unternehmen in diesem stetig wachsenden Segment.

Belport Einbauelemente habe eine belastbare Spachtelkante und eignen sich besonders für den Einsatz in Hotels oder anderen hochfrequentierten Bereichen. © Wingburg

Belport Einbauelemente habe eine belastbare Spachtelkante und eignen sich besonders für den Einsatz in Hotels oder anderen hochfrequentierten Bereichen. © Wingburg

Aus mehreren Unternehmen rund um die in der Wand ruhende Schiebetür kommen die Spezialisten, die in der Wingburg ihre neue Heimat gefunden haben. Sie haben sich zu einem neuen, schlagkräftigen Team zusammengefunden.
Die Wingburg GmbH hat ihren Sitz in Hövelhof bei Paderborn. Dort werden auch die Einbauelemente produziert. Die Vertriebsaktivitäten werden von Ober-Ramstadt aus – einem Ort vor den Toren Darmstadts – gesteuert. Der Produktionsstandort Deutschland soll mehr Nähe zu den Bedürfnissen des Marktes und einen direkten Service gewährleisten. Zudem können Sonderwünsche – im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern – zeitnah realisiert werden.
Wingburg bietet seine Einbauelemente für Schiebetüren nach eigenen Angaben exakt angepasst auf ein Standard-Türblattmaß an. Die Elemente der Serie »Belport« sind mit einer belastbaren Spachtelkante ausgestattet und ermöglichen den von vielen Architekten und Endkunden favorisierten wandbündigen – also zargenlosen – Einbau in Trockenbau- oder Massivwände. Die Einbauelemente der Serie »Cavis« sind für die Montage in Verbindung mit einer Zarge vorgesehen. Alle Elemente verfügen über eine herausnehmbare Laufschiene. Die Türblätter können im eingebauten Zustand montiert und jederzeit auch demontiert werden – um nur einige Vorteile zu nennen. Für die Einbauelemente steht laut Wingburg ein Zubehörprogramm zur Verfügung mit Funktionalitäten, die es in dieser Form bisher auf dem deutschen Markt nicht gab.
Neben dem Basis-Set bietet Wingburg die Ausstattungslinien »Avantgarde«, »Exklusiv« und »Innovation« an, die unterschiedliche Zubehör-Komponenten beinhalten. Das Zubehör dieser Ausstattungslinien wird ab Werk in die Laufschiene montiert. Das ist einzigartig im Segment der Hersteller von Einbauelementen von Schiebetüren und eine große Erleichterung für Architekten, Handwerker und Bauherren.