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21. Dezember 2019 | 8:00

Mit vereinten Kräften zum Erfolg bei EPDM-Abdichtungssystemen

Auf die vereinten Kräfte seiner europäischen Forschung und Entwicklung setzt Carlisle CM Europe, wenn es um Qualitätssicherung und Weiterentwicklung seiner EPDM-Abdichtungssysteme geht. Auf der Dach + Holz 2020 in Stuttgart können die Besucher die hieraus entstandenen Neuheiten live erleben und sich davon überzeugen, dass der Synthesekautschuk EPDM weitaus mehr zu bieten hat als herkömmliche Kunststoff-Abdichtungen.

Im Randbereich verfügen die Dachbahnen über UV-beständige Schweißstreifen aus einem thermoplastischen Elastomer, die beim Verlegen mit Heißluft untereinander verschweißt werden. So entsteht eine dauerhafte, homogene und wasserdichte Verbindung zwischen den Bahnen.
© Carlisle

In Deutschland produziert Carlisle Resitrix EPDM-Bahnen, in Holland werden Bahnen und Planen der Marke Hertalan aus dem Hochleistungsmaterial gefertigt. Durch die enge Zusammenarbeit der Entwicklungsabteilungen können die Vorteile der einzelnen Produkte gut kombiniert werden. »Unabhängig voneinander wurden in Holland und in Deutschland seit Ende der 60er-Jahre EPDM-Abdichtungen hergestellt«, berichtet Bart Smit, Leiter Forschung und Entwicklung von Carlisle in den Niederlanden. »In Holland durch die Firma Hertel, in Deutschland durch die Phoenix AG«, ergänzt er.
2011 und 2012 vereinte Carlisle Companies Inc. beide Produzenten in seinem Geschäftsbereich »Construction Materials«, um so sein Wachstum in Europa zu realisieren. In diesem Bereich wird eine breite Palette von Dachdichtungs- und Dämmprodukten entwickelt, produziert und vermarktet. Er stellt das umsatzstärkste Segment der US-Konzernmutter dar. Seither ergänzen sich die europäischen EPDM-Spezialisten und können gegenseitig von ihren jahrzehntelangen Erfahrungen in den jeweiligen Märkten profitieren.

»Unabhängig voneinander wurden in Holland und in Deutschland seit Ende der 60er-Jahre EPDM-Abdichtungen hergestellt. «

Bart Smit, Leiter Forschung und Entwicklung
von Carlisle in den Niederlanden

Verstärkung durch Glasfasergelege
Aus dieser Zusammenarbeit entstanden und neu im Portfolio ist die Dichtungsbahn »Hertalan Easy Weld GS«, eine Weiterentwicklung der EPDM-Bahn »Hertalan Easy Weld MF«, die wie ihre Entwickler mit vereinten Kräften punkten kann. Die Endungen der Produktnamen beschreiben dabei spezifische Eigenschaften der Bahnen: »MF« steht für »Mechanical Fixing«, also die mechanische Befestigung; »GS« für »Glass Scrim« – ein Glasfasergelege, mit dem die EPDM-Dachbahn unterseitig verstärkt wurde. Josef Sochor, Leiter der deutschen Forschung und Entwicklung von Carlisle, erklärt das Produktionsverfahren: »Die Glasfaserkomponente wird im laufenden Produktionsprozess auf die noch

Aufgrund der Beständigkeit der molekularen Netzstruktur ist die EPDM-Abdichtung von Carlisle sehr witterungs- und alterungsbeständig.

unvulkanisierte EPDM-Bahn aufgebracht. Danach durchlaufen beide Bestandteile gemeinsam den Vulkanisationsprozess, in dem sie bei hohem Druck und exakt eingestellten Temperaturen zu einer dauerhaften Verbindung vereint werden. Im Randbereich verfügen die Dachbahnen über UV-beständige Schweißstreifen aus einem thermoplastischen Elastomer, die beim Verlegen mit Heißluft untereinander verschweißt werden. So entsteht eine dauerhafte, homogene und wasserdichte Verbindung zwischen den Bahnen.«
Neben den materialspezifischen Vorzügen von EPDM wie Dauerelastizität und einer sehr guten Witterungs- bzw. Alterungsbeständigkeit weist die glasfaserverstärkte Dichtungsbahn Vorteile in der Windsogsicherheit und im Brandverhalten auf. Sie erfüllt die Anforderungen der harten Bedachung (Broof t1). Daher kann laut Carlisle auf eine zusätzliche Lage Rohglasvlies verzichtet und somit Material und Verlegezeit eingespart werden. Mit einer Bahnenbreite von 1,4 m und einer Länge von 20 m können zudem mit nur einer Nahtverbindung circa 56 m2 Dachfläche abgedichtet werden.

»EPDM verfügt über herausragende Materialeigenschaften, die denen herkömmlicher Kunststoffe weit überlegen sind.«

Josef Sochor, Leiter Forschung und Entwicklung
Carlisle Deutschland

Flexible Abdichtung
Abgerundet wird das Portfolio durch »Hertalan Easy Stick GS«, einen EPDM-Streifen nach EN 13967 / EN 13984, der unterseitig mit einem Glasfasergelege verstärkt und mit einer Selbstklebeschicht aus Butylkautschuk versehen ist. Die Streifenware ist besonders für die Abdichtung von Fassadendurchdringungen geeignet, wie beispielsweise Fenster und Türen. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Auskleidung von Dachrinnen in der Sanierung und im Neubau. Im Neubau wird oft an der Qualität des Baumaterials gespart, mit der Folge, dass kalte Zinkrinnen Kondensation verursachen. Hierdurch wird die Haltbarkeit der Kasten- und Kehlrinnen verkürzt. Werden die Rinnen vollständig mit »Hertalan
Easy Stick GS« ausgekleidet, wird für diese laut Hersteller eine deutlich längere Nutzungsdauer erreicht. In Verbindung mit einer Zink-Gesimsabdeckung kann eine optisch anspruchsvolle Konstruktion erzielt werden.

 


Don´t call it »Kunststoff« …
»EPDM-Abdichtungen werden selbst in Fachkreisen immer wieder in einen Topf mit anderen Kunststoff-Abdichtungsprodukten geworfen. Das ist faktisch nicht richtig, denn EPDM verfügt über herausragende Materialeigenschaften, die denen herkömmlicher Kunststoffe weit überlegen sind«, erläutert Josef Sochor, Leiter Forschung und Entwicklung bei Carlisle in Deutschland. Was hat es nun mit diesem »Hochleistungs-Werkstoff« genau auf sich? Voraussetzung ist, dass die Moleküle des synthetischen Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuks im Rahmen des Herstellungsprozesses miteinander vernetzt werden. Nach der Vernetzung durch Vulkanisation entsteht ein dauerhaft elastisches Material. Die Herstellung von EPDM wurde im Jahr 1963 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Es lohnt sich also, beim Kauf von EPDM-Dichtungsbahnen oder -planen darauf zu achten, ob das betreffende Produkt über eine molekulare Netzstruktur verfügt. Denn nur dann weist der Werkstoff die herausragenden Materialeigenschaften auf, die ihn gegenüber herkömmlichen Kunststoff-Abdichtungen sowie weiteren Abdichtungsprodukten überlegen machen:
•   Dauerhaft elastisch ohne Weichmacher
•   Extrem resistent gegen Hagelschlag
•   Beständigkeit der molekularen Netzstruktur, daher extrem witterungs- und alterungsbeständig
•   Flexibel von -45 °C bis +120 °C
•   Hält Dehnungen von über 500 % aus und kehrt danach wieder in seine Ausgangsposition zurück