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15. Dezember 2018 | 8:00

Personensicherung mit Lkw-Ladekran auch als Nachrüstlösung

Durch den Einsatz eines eigenen Personensicherungsmodus ermöglicht Palfinger nach eigenen Angaben als einziger Anbieter eine Personensicherung mit dem Lkw-Ladekran. Der Personensicherungsmodus »FPM« (engl.: Fall Protection Mode) kann bei »SH«- und »TEC 7«-Kranen bestellt werden.

Wenn bei Arbeiten in großer Höhe keine statio­nären Sicherungsmöglichkeiten wie Gerüste oder Sicherungsösen vorhanden sind, kann eine Personensicherung mit dem Ladekran als wirtschaftliche Alternative für den Schutz des Arbeiters sorgen. Dabei wird ein Höhensicherungsgerät am Kran angebracht und der zu sichernde Arbeiter trägt ein Gurtgeschirr, das ihn mit dem Höhensicherungsgerät verbindet. Die Sicherung der Person erfolgt grundsätzlich am stillgesetzten Kran.

Eine der Voraussetzungen für die Personensicherung durch den Ladekran ist, dass mindestens zwei Personen im Einsatz sein müssen: Eine Person, die gesichert wird, und eine Person, die den Kran bedient (li.).

»Es galt vor allem, die technischen Herausforderungen zu meistern und eine einfache und sichere Bedienung des Kranes zu gewährleisten. Das haben wir nach intensiver Entwicklung geschafft und sind froh, unseren Kunden als einziger Lkw-Ladekran-Hersteller diese Lösung anbieten zu können.«
Franz Ebner, Vertriebsleiter Ladekran Palfinger GmbH

 

Expertise aus mehreren Ländern bei Entwicklung
Nach eigenen Angaben ist Palfinger im Moment der einzige Anbieter einer Personensicherung mit dem Lkw-Ladekran und sieht sich als Vorreiter bei einem wegweisenden Sicherheitsthema. Der Personensicherungsmodus »FPM« (Fall Protection Mode) wurde gemeinsam mit Experten aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol entwickelt und wird derzeit in diesen Ländern seit zwei Jahren aktiv eingesetzt. »Wir haben 2016 den Personensicherungsmodus ›FPM‹ gezielt entwickelt, um unseren Kunden noch mehr Sicherheit zu ­bieten«, berichtet Franz Ebner, Vertriebsleiter Ladekran bei Palfinger. »Es galt vor allem, die technischen Herausforderungen zu meistern und eine einfache und sichere Bedienung des Kranes zu gewähr­leisten.«
Die Personensicherung mit dem Ladekran erfordert neben der technischen Vorbereitung des ­Kranes auch eine genaue Überprüfung der jeweiligen Situation auf der Baustelle.
Der »FPM« ermöglicht unterschiedliche Anwendungsfälle in verschiedenen Branchen: Für Dachdecker und Zimmerer bietet der »FPM« Hilfe bei Arbeiten auf dem Dach wie zum Beispiel dem ­Austausch eines Dachfensters. Bei der Montage oder Reparatur von Solar- und Photovoltaikanlagen unterstützt der Palfinger-Kran mit aktiviertem »FPM« die Arbeiten und sichert die Handwerker gegen Absturz. Für Gerüstbauer kann ein solcher Kran mit »FPM« eine Alternative zu konventionellen Baugerüsten sein oder beim Aufbau hoher Gerüste helfen.

Mit über 5 000 Vertriebs- und Servicestützpunkten ist Palfinger in mehr als 130 Ländern vertreten.

 

Der »FPM« ermöglicht unterschiedliche Anwendungsfälle in verschiedenen Branchen:
Für Dachdecker und Zimmerer bietet er Hilfe zum Beispiel beim Austausch eines Dachfensters oder bei Arbeiten an Solar- und Photovoltaikanlagen. © Palfinger

Maximale Sicherheit durch separaten Kranbediener

Die Personensicherung mit dem Kran bleibt eine Ausnahmesituation. Unter besonderen Voraussetzungen und unter strikter Einhaltung von genau definierten Sicherungsmaßnahmen kann eine Personensicherung durch den Ladekran im Personensicherungsmodus erfolgen. Eine der Voraussetzungen ist, dass mindestens zwei Personen im Einsatz sein müssen: Eine Person, die gesichert wird, und eine Person, die den Kran bedient. Die Traglast­reserven des Kranes und die Standsicherheit des Fahrzeuges unterliegen im »FPM« den strengen Anforderungen des Personentransports.
Damit verspricht Palfinger die maximale Sicherheit für die jeweilige Arbeitssituation. Der »FPM« ist bei »SH«- und »TEC 7«-Modellen erhältlich. Auch eine Nachrüstung bei den genannten Modellen ist möglich; diese kann bei jedem der mehr als 180 Palfinger-Servicepartnern vorgenommen werden.

»Durch den ›FPM‹ umgehen wir umständliches Gerüstbauen oder Arbeiten mit Hebebühnen.«

Dominik Gyssler, Vertrieb MSG Krandienst GmbH

Bewusste Entscheidung pro »FPM«
Das in Kehl ansässige Unternehmen MSG Krandienst setzt seit rund einem Jahr einen Volvo mit »PK 92.002 SH« ein. Man habe sich, so Dominik Gyssler, Vertrieb MSG Krandienst, ganz bewusst für diesen Kran entschieden, biete doch der neue »FPM« Vorteile beim Rüsten von Großkranen. Gerade bei BASF oder ähnlichen Chemiewerken stehen wir vor dem Problem, wie wir unser Personal nach deren Vorschriften auf dem Werksgelände sichern. Durch den ›FPM‹ umgehen wir umständ­liches Gerüstbauen oder Arbeiten mit Hebebühnen. Auch bei unserer ›normalen‹ Kundschaft hatten wir schon zwei Einsätze: eine Reparatur an einer Solaranlage in 23 m Höhe musste bewältigt werden – dank Teamarbeit des Kranfahrers und des Arbeiters ging das schnell vonstatten. Der zweite Einsatz war die Montage einer Sicherheitsleiter auf einem Dach in einer Höhe von 19 m, auch hier half der ›FPM‹ unserem Team enorm«, betont Dominik Gyssler.

Kunden wie MSG Krandienst setzen auf die »FPM«-Technologie von Palfinger, wenn es um die vorschriftsgemäße Sicherung von ­Höhenarbeiten geht.

 


Palfinger zählt nach eigenen Angaben zu den international führenden Herstellern innovativer Hebelösungen, die auf Nutzfahrzeugen und im maritimen Bereich zum Einsatz kommen. Als multinationale Unternehmensgruppe mit Sitz in Bergheim (Österreich) erwirtschaftete die Palfinger-Gruppe mit 10 212 Mitarbeitern im Jahr 2017 einen Gesamtumsatz von rund 1,47 Mrd. Euro. Der Konzern verfügt über Fertigungs- und Montagestandorte in Europa, den GUS-Staaten, Nord- und Südamerika sowie Asien. In Sachen Strategie setzt das Unter­nehmen auf Innovation, weitere Inter­nationalisierung und Flexibilisierung der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse sowie »Palfinger 21st« (die Entwicklung smarter Lösungen und neuartiger, datenbasierter Geschäftsmodelle). Am Weltmarkt für hydraulische Ladekrane gilt Palfinger nicht nur als Markt-, sondern auch als Technologieführer. Mit über 5 000 Vertriebs- und Servicestützpunkten ist Palfinger in mehr als 130 Ländern vertreten.