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10. April 2021 | 8:00

Großer Prallbrecher mit einem Herz von 16 Tonnen

Der irische Hersteller Powerscreen hat im Bereich Zerkleinerung – neben einer breiten Auswahl an Backen- und Kegelbrechern – auch raupenmobile Prallbrecher im Angebot. Diese Produktlinie Trakpactor reicht vom Modell 260 über den 320 bis zum Trakpactor 550. Alle können mit Siebrückführung ausgestattet werden, dafür steht dann das Kürzel »SR«. Das Flaggschiff Trakpactor 550 SR ist ausgelegt für große Abbruchunternehmen und Natursteinbetriebe oder Steinbrüche. Die technischen Daten sehen einen Maximaldurchsatz von 500 t/h vor, wenn Material, Einstellung und Brechspalt optimal sind. Das Gesamtgewicht des Prallbrechers, in der Ausführung mit Siebrückführung, liegt bei stolzen 75 t.

Trakpactor 550 SR mit Siebrückführung. © Powerscreen

Die Materialzufuhr erfolgt beim großen Trakpactor über einen 7 m³ fassenden Aufgabetrichter aus 12 mm starkem Verschleißstahl. Die Trichterwände sind hydraulisch klappbar und durch ein spezielles Befestigungssystem vom Boden aus hydraulisch zu sichern. Wer den Verschleiß des Brechers verringern und zugleich den Durchsatz erhöhen möchte, soll gut beraten sein, entweder die integrierte 2-stufige Vorabsiebung oder die aktive 2-Deck-Vorabsiebung zu ordern. Der Vorteil des aktiven 2-Deck-Siebs liegt darin, dass Feinmaterial vor Übergabe in den Prallbrecher ausgesondert wird. Dieses Material wird dann mittels Bypass-Schurre auf ein optionales Seitenförderband umgeleitet oder alternativ auf das Hauptaustragsband.
Der Vorteil einer Vorabsiebung liegt in der Reduzierung der Verschleißkosten, dem erhöhten Brechgrad, einem verbesserten Pralleffekt in der Brechkammer selbst sowie im optimalen Materialfluss am Einlauf des Brechers.

Mit Herz und Hirn – eine Brechkammer, die es in sich hat
Das Herz des Trakpactors ist der Hazemag-Brecher AP-PH 1214, bekannt für seine lange Haltbarkeit – und für seine robuste Ausführung. In diesem Fall wiegt die gesamte Einheit 16 t. Die Einlauföffnung misst 1 360 mm auf 810 mm. Die Steuerung der Brechkammer ist ausgefeilt und sorgt für definierte Ausweich- sowie Stellbewegungen der beiden Prallwände. Das am stärksten belastete Bauteil, der Rotor, bringt 3,6 t auf die Waage. Im Trakpactor 550 SR rotiert er mit stufenlos einstellbaren 34 m/s bis 40 m/s. Die Schlagleisten können dreimal gedreht werden, was deren optimale Nutzung ermöglicht. Für den Rotor werden in der Fertigung einzelne, gegossene Rotorscheiben zum Rotorkörper zusammengeschweißt, eine entscheidende Voraussetzung für dessen fast schon sprichwörtliche Unverwüstlichkeit. Die Schlagleisten werden durch Keile fixiert, die zum Wechsel einfach herauszunehmen sind.

© Michael Wulf

 

 

»Man sieht an jedem Detail, dass dieser Brecher auf maximale Haltbarkeit und Belastbarkeit ausgelegt ist.«
Sean McCusker, Verkaufsleiter Jürgen Kölsch GmbH

 

 

Das Prallwerk wird von einem Hydraulikzylinder gehalten, der es auf Knopfdruck positioniert und fixiert. Überschreiten die im Brechraum wirkenden Zerkleinerungskräfte einen voreingestellten Grenzwert, weicht es kontrolliert aus. Nach dem Ausweichvorgang fährt das Prallwerk automatisch wieder in die ursprüngliche Position zurück. Der Betrieb wird ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Die Anlagenrentabilität deutlich erhöhen
Als Antriebsquelle dient ein Scania-Motor des Typs DC13 385A mit 368 kW (500 PS), zertifiziert nach Stufe 5. Er verbindet niedrigen Kraftstoffverbrauch mit geringen Wartungskosten und erhöht so die Rentabilität der gesamten Anlage. Den Materialaustrag übernimmt ein 1 200 mm breites, durchgehendes Austragsband oder ein geteiltes Austragsband mit Abzugsrinne. Beide Varianten verfügen über einen großzügigen Auslauf von 450 mm zwischen Rotor und Abzug. Die Siebrückführung ist mit einer Eindeck-Siebeinheit im Format 5 000 mm x 1 500 mm großzügig bemessen. Hinsichtlich der Bauweise handelt es sich um eine Freischwing-Hochfrequenzsiebmaschine, in dieser

Funktion der optional erhältlichen aktiven 2-Deck-Vorabsiebung: Feinmaterial wird vom Brechgut getrennt, der Prallbrecher wird entlastet. Dies sorgt nicht nur für einen besseren Pralleffekt, es verringert auch die Verschleißkosten. © Powerscreen

Form bei Powerscreen auch in den Siebanlagen Chieftain 1700 und der Warrior 1800 eingesetzt. Sieb und Rückführförderband bilden eine Einheit und können von der Anlage komplett und zügig abgekoppelt werden. Ein Schnellwechselsystem macht’s möglich und sorgt damit auch für Transportflexibilität sowie für eine vereinfachte Wartung und Reparatur.
Für den Recycling-Einsatz liefert Powerscreen bei Bedarf einen Windsichter, der in den Überkornkreislauf integriert werden kann, wenn etwa Kunststoff, Holz oder andere Reststoffe entfernt werden sollen. Auf die Frage nach der Besonderheit des Prallbrechers, meint Sean McCusker, Verkaufsleiter der Jürgen Kölsch GmbH und unter anderem ausgewiesener Kenner der Powerscreen-Maschinen und Historie: »Man sieht an jedem Detail, dass dieser Brecher auf maximale Haltbarkeit und Belastbarkeit ausgelegt ist. Allein die Welle, der Rotor, die Lagerung und das Brechwerk sind eine klare Ansage. Der Trakpactor 550 ist kein Leichtbau, aber er leistet sich auch keine Schwäche. Das ist die Kategorie ›Eisenschwein‹.«In Süddeutschland erfolgen Beratung, Vertrieb, Service und Ersatzteilversorgung exklusiv durch Kölsch Baumaschinen mit Sitz in Heimertingen, im Norden des Landes ist C. Christophel in Lübeck als Ansprechpartner aktiv.

Austrag
Den Materialaustrag übernimmt ein 1 200 mm breites, durchgehendes Austragsband oder ein geteiltes Austragsband mit Abzugsrinne. Beide Varianten verfügen über einen Auslauf von 450 mm zwischen Rotor und Abzug.

40 Meter pro Sekunde
Der Rotor bringt 3,6 t auf die Waage und rotiert im Trakpactor 550 SR mit stufenlos einstellbaren 34/s bis 40m/s.

»Eisenschwein« bei der Arbeit: der Trakpactor 550 SR im Basaltsteinbruch. © Powerscreen